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| seit=2014
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Ein '''Pilot''' () ist eine Person, die ein Luftfahrzeug steuert oder dazu berechtigt ist. Im offiziellen Sprachgebrauch wird er deshalb auch oft als '''Luftfahrzeugführer''' bezeichnet.
Mitunter wird der Ausdruck ?Pilot? im übertragenen Sinne auch für Führer anderer Fahrzeuge verwendet, um deren Professionalität auszudrücken.

Arten von Piloten

Es gibt folgende Arten von Piloten:

Verantwortlicher Pilot

Allgemein

Ein ''Verantwortlicher Luftfahrzeugführer'' (auch ''Kommandant''; englisch ''pilot in command'', ''PIC'') ist, wer ein Luftfahrzeug führt, eine gültige Erlaubnis besitzt, über die fliegerärztliche Tauglichkeit verfügt und vom Halter des Luftfahrzeuges hierzu bestimmt ist.
Verkehrsflugzeuge werden meistens von zwei Piloten geflogen, es muss und kann jedoch immer nur einen ''PIC'' geben (siehe auch unten: Cockpit-Besatzung).

Sonderfall

Der ''PICUS'' (Abkürzung für ) ist ein Pilot, der eigenverantwortlich ein Luftfahrzeug führt, aber z.?B., weil ihm die entsprechende Lizenz fehlt, mit einem besonderen Flugauftrag fliegt. Normalerweise ist das bei Ausbildungsflügen der Fall. Der Pilot fliegt (als ''PIC'') ein Flugzeug im Alleinflug. Als Flugschüler bedarf es dazu eines Flugauftrages eines Fluglehrers.

Privatpilot

Privatpiloten fliegen Flugzeuge im nicht gewerblichen Betrieb und dürfen für ihre Tätigkeit (mit wenigen Ausnahmen wie der Beschäftigung z.?B. als Fluglehrer) kein Entgelt bekommen. Das bedeutet, dass jede Beförderung von Passagieren gegen Bezahlung verboten ist. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Lizenzen, die privat das Fliegen ermöglichen. Abhängig von den entsprechenden Berechtigungen gibt es für Privatpiloten keinerlei Größen- oder Gewichtsbeschränkung auf die geflogenen Flugzeugtypen. Privatpiloten tragen keine Uniform.

Die Privatpilotenlizenz '''PPL-A''' ist Ausgang für alle weiteren fliegerischen Lizenzen. Jeder Berufspilot muss zunächst die PPL oder deren Kenntnisse im Rahmen der Ausbildung erwerben.

Berufspilot

Während Piloten in den Anfängen der Luftfahrt Pioniere waren, entstand mit den ersten kommerziellen Flügen der Beruf ''Pilot''. Heutzutage unterscheidet man ''Berufsflugzeugführer'', die kommerziell in der Luftfahrt tätig sind, und ''Verkehrsflugzeugführer'', die meist bei Fluggesellschaften fliegen. Für kommerzielle Flüge mit Flugzeugen bis 5,7?t MTOW, die von einem einzelnen Piloten geflogen werden können, ist die Berufspilotenlizenz (Commercial Pilot Licence, CPL) vorgeschrieben. Dagegen benötigen verantwortliche Flugzeugführer für den kommerziellen Betrieb von Flugzeugen, für deren Betrieb eine mehrköpfige Besatzung vorgeschrieben ist bzw. deren Abfluggewicht über 5,7?t MTOW liegt, die Verkehrspilotenlizenz (ATPL) oder die Multi-Crew Pilot Licence (MPL). Für Kopiloten genügt die CPL. Insgesamt hatten 2010 in Deutschland 9588 Personen eine ATPL- oder MPL-Lizenz.<ref name="lba">, Statistik des Luftfahrt Bundesamts.</ref>

Cockpit-Besatzung

Sind für den Betrieb des Luftfahrzeuges mehrere Personen erforderlich, so arbeiten sie zusammen:

  • Der ''Flugkapitän'' oder ''Kommandant'' ( ''(CPT)'') ist der kommandierende Luftfahrzeugführer eines Verkehrsflugzeugs (''Pilot In Command'' ''(PIC)''), der die Verantwortung für die Sicherheit von Luftfahrzeug und Insassen trägt und hierzu zu jeder Zeit die Entscheidungs- und Weisungsbefugnis hat. Er muss jedoch nicht die gesamte Flugzeit auch die Steuerung übernehmen; meistens wird dies während des Fluges mit den Ersten Offizieren (s.?u.) abgewechselt. Derjenige, der gerade die Steuerung wahrnimmt (das heißt startet, landet und Richtungs- oder Höhenänderungen vornimmt), wird ''Pilot Flying'' ''(PF)'' genannt, der jeweils andere ''Pilot Not Flying'' (PNF), bzw. bei einer überwachenden Tätigkeit (z.?B. bei einem Fluglehrer) ''Pilot Monitoring'' ''(PM)''.
  • Checkkapitäne sind für die Aus- und Weiterbildung von fliegendem Personal einschließlich Praxis zuständig.
  • Der ''Erste Offizier'' ( ''(FO)''), auch Kopilot bzw. Copilot genannt, unterstützt und vertritt den Flugkapitän. Er führt ebenfalls selbstständig Flüge durch, hat jedoch nicht die Kommandogewalt an Bord.
  • Bei manchen Fluggesellschaften beginnt die Laufbahn des Kopiloten als ''Zweiter Offizier'' ( ''(SO)''). Je nach Ausbildungsmodell der Fluggesellschaft unterscheidet sich die Tätigkeit entweder nicht von der des Ersten Offiziers, oder der Zweite Offizier arbeitet anfangs auf Langstreckenflügen als ''Cruise Relief Copilot'' (CRC), der nur während des Reiseflugs am Steuer sitzt.
  • Der ''Senior First Officer'' ''(SFO)'' stellt eine besondere Form des ersten Offiziers dar und ist berechtigt, den Kapitän während des Reisefluges abzulösen (als solcher dann ''Pilot In Command Relief'' ''(PICR)''). Ab einer Streckenlänge von ungefähr 7500?km wird bei den meisten Linienfluggesellschaften ein SFO eingesetzt.
  • Der ''Flugingenieur'' ( ''(FE)'') steuert das Luftfahrzeug nicht, sondern bedient dessen technische Systeme. Hierzu zählten in der Vergangenheit sogar Triebwerks-/Schub-/Leistungssteuerung und die Kraftstoffsystemsteuerung über eigene Regler. Flugingenieure arbeiten heute nur noch auf älteren Flugzeugtypen mit Drei-Mann-Cockpit, während heute die modernen Langstreckenflugzeuge mit teilweise automatisierten Zwei-Mann-Cockpits ausgestattet sind, in denen nur die zwei Piloten tätig sind.

Früher gehörten oft auch ein Funker und ein Navigator zur Besatzung. Diese wurden ab den 1960er-Jahren durch den Ausbau des Sprechfunkverkehrs und durch die Einführung automatischer Navigationssysteme wie INS ersetzt.

Dienstgradabzeichen der Cockpit-Besatzung

Folgende Dienstgradabzeichen sind am Beispiel der Lufthansa gewählt?? sie können von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft abweichen, bzw. um weitere Ränge ergänzt werden.
{| class="wikitable"
!Bezeichnung
!Abkürzung
! width="400"| ''Funktionen''
!Rangabzeichen
|-
|Captain
|CPT
|Kapitän / Kommandant (PIC)

(Verantwortlich für die Sicherheit, hat die Entscheidungs- und Weisungsbefugnis (pilot in command))
||-
|Senior First Officer
|SFO
|Kopilot / PICR

(vertritt auf Ultralangstrecken den Kapitän während dessen Ruhepause (PICR); er sitzt dann auf dem linken Sitz)
|

|-
|First Officer
|FO
|Kopilot
| rowspan="2" |
|-
|Second Officer
|SO
|Kopilot in Ausbildung zum ersten Offizier

(wird durch einen Ausbildungskapitän überwacht)
|-
|Cruise Relief Copilot
|CRC
|Kopilot im Reiseflug

(sitzt nur während des Reiseflugs am Steuer)
| rowspan="2" |
|-
|Flight Engineer
|FE
|Flugingenieur; bedient die Systeme des Flugzeugs (heute nur noch auf älteren Flugzeugtypen vorhanden, ansonsten übernehmen die Piloten diese Arbeit mit)
|}

Arbeitszeitgestaltung

Im Oktober 2009 kritisierte die Vereinigung Cockpit die Arbeitszeiten von Piloten als unbefriedigend und als bedrohlich für die Sicherheit der Passagiere. Sie erklärte mit Verweis auf eine von der EU beauftragten Studie (Moebus-Report), dass die Regelungen der EU zu Flugzeit und Ruhezeiten eine gefährliche Übermüdung und Erschöpfung begünstigten.

Die Annahme, dass bei der Pilotenlaufbahn eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gegeben sei, gilt als ein wesentlicher Grund für den geringen Anteil an Frauen unter den Piloten und unter den Bewerbern für diese Laufbahn, wobei ein geringeres Interesse von Mädchen für technische Berufe hinzu kommt. Angesichts des Personalmangels realisierte die Fluggesellschaft Lufthansa im Jahr 2000 ein (inzwischen wieder eingestelltes) Programm, das Job-Sharing für Piloten mit kleinen Kindern sowie Teilzeitarbeit ermöglichte und auch Flugkapitänen offenstand.

Fliegerärztliche Tauglichkeit

Grundvoraussetzung für die Flugausbildung und die Tätigkeit als Pilot ist die Flugtauglichkeit. Man unterscheidet im Gebiet der Joint Aviation Authorities (JAA):
  • Klasse 1 für gewerbsmäßige Piloten
  • Klasse 2 für nichtgewerbsmäßige Piloten

Der Fliegerarzt stellt nach der Fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung das Medizinische Tauglichkeitszeugnis (</ref>

Flugausbildung

Die Flugausbildung für die verschiedenen Arten von Piloten ist detailliert von den Joint Aviation Authorities geregelt und erfolgt in einer Flugschule, z.?B. in einem Luftsportverein oder an einer Verkehrsfliegerschule. Im Rahmen der Ausbildung wird meist das Sprechfunkzeugnis (AZF, BZF?1, BZF?2) erworben, das den Piloten dazu berechtigt, den Sprechfunk durchzuführen und Funknavigationseinrichtungen zu nutzen.

Auch nach der abgeschlossenen Ausbildung kann der Pilot weitere Fortbildungsschritte unternehmen, die ihn zum Führen größerer und komplexerer Muster befähigen, den sogenannten ?Ratings?. Nach der Grundausbildung zum Flugzeug-Piloten?? PPL(A)?? besteht die Berechtigung, einmotorige, kolbengetriebene Flugzeuge zu führen (Ergänzung: alte Regelung, bis Mai 2003: ?mit einem maximalen Abfluggewicht von 2?Tonnen? [sog. E-Klasse]). Darüber hinausgehende Ratings, z.?B. zum Führen von mehrmotorigen Flugzeugen (Multi-Engine-Rating), Flugzeugen mit Strahltriebwerken oder schwereren Mustern können separat (zum Teil erst nach Erreichen einer Mindestflugstundenzahl) in theoretischen und praktischen Ausbildungsschritten erworben werden.

Aber auch innerhalb der vom Pilotenschein PPL(A) abgedeckten Klasse der einmotorigen, kolbengetriebenen Maschinen bedarf es einer sogenannten ?Mustereinweisung?, um ein Flugzeug dieses Typs führen zu dürfen. Diese Mustereinweisung dauert in der Regel eine Flugstunde, bei der die Besonderheiten des Flugzeuges vermittelt sowie einige Starts und Landungen geübt werden.

Fluglizenz

Im Gebiet der Joint Aviation Authorities (JAA) werden von der zuständigen Luftfahrtbehörde nach Abschluss der jeweiligen Flugausbildung und dem Ablegen einer theoretischen und praktischen Prüfung folgende Lizenzen ausgestellt:

Die Lizenzen für Privat-, Berufs- und Verkehrspiloten werden sowohl für Flugzeuge als auch für Hubschrauber ausgestellt. Wenn es sich um eine Lizenz für ein Flugzeug () handelt, wird ein ?(A)? angehängt, bei einem Hubschrauber ein ?(H)? z.?B. ATPL(H).

Die Fluglizenz ist während des Fluges vom Piloten mitzuführen.

Die Ausbildung und Lizenzierung von Piloten ist in Deutschland in der entschied am 13.?September 2011, dass Fluggesellschaften, die ihre Kapitäne und Kopiloten mit 60 Jahren zwangsweise in den Ruhestand schicken, gegen europäisches Recht verstoßen.

Siehe auch

Literatur

  • Andreas Fecker: ''Piloten. Hinter den Kulissen des Luftverkehrs''. GeraMond-Verlag, München 2003, ISBN 3-7654-7222-0.
  • ''Für jeden die richtige Lizenzen CPL, ATPL oder MPL. Der Weg zur Pilotenlizenz ist aufwendig und kostenintensiv. Grund genug, sich vorher genau zu überlegen, für welche der Berechtigungen man sich entscheidet.'' In: ''Aero International'' Nr. 12/2016, S. 46
  • ''Sorgfalt bei der Berufswahl.'' (Interview mit der Vereinigung Cockpit) In: ''Aero International'' Nr. 1/2016, S. 22?23

Weblinks

  • Pilotenausbildung
    • Open-PPL?? freie und kostenlose Website mit den offiziellen Prüfungsfragen für die Pilotenprüfung

Einzelnachweise